Freitag, 27. März 2015

Offener Brief der DFFB-Alumni an den Regierenden Bürgermeister Müller (20.3.15)

dffb Alumni für die Neubesetzung des Kuratoriums
Sehr geehrter Regierender Bürgermeister Müller,

die gegenwärtige Situation um die Neubesetzung der Direktorenstelle der dffb erfüllt uns mit Sorge.

Seit fast 50 Jahren verfügt die dffb über einen herausragenden internationalen Ruf als Ausbildungsstätte für eine große Bandbreite filmischen Schaffens. Im europäischen Kontext befand sie sich immer auf Augenhöhe mit den renommiertesten Filmhochschulen.

Das Geheimnis ihres Ausbildungserfolgs lag in einem einzigartig freien Klima des Lehrens und Lernens; alle Belange der dffb wurden in einer demokratischen und offenen Auseinandersetzung diskutiert und entschieden.

Damit ist es seit geraumer Zeit vorbei:

Schon zum zweiten Mal soll nun ein Direktor in einem intransparenten, einseitigen Verfahren berufen werden. Die Entscheidungsgremien lassen sich weder durch konstruktive Interventionen noch durch öffentliche Appelle von ihrer Entscheidung abbringen und nehmen in Kauf, dass die dffb ohne klare Strukturen und ohne Direktion dahintreibt.

Die Verantwortung für diese existenzbedrohende Krise trägt ein auch Kuratorium, das ohne unabhängige künstlerische Positionen besetzt ist und sich ausschließlich aus Vertretern der Industrie zusammensetzt.

Gerade jetzt, kurz vor ihrem 50jährigen Bestehen, ist es unabdingbar, über eine Neuausrichtung der dffb im Geiste ihrer erfolgreichen Tradition nachzudenken.

Dazu braucht es unabhängige, kreative und selbstbewusste Menschen, die sich dieser Herausforderung stellen können.

WIR FORDERN: 
  • die Neuausschreibung der Direktorenstelle und ein transparentes Auswahlverfahren mit angemessener Beteiligung von Studierenden und Lehrenden
  • eine adäquate Neuberufung des Kuratoriums mit unabhängigen Persönlichkeiten, die Empathie für den Geist der dffb besitzen, für die Weiterentwicklung der kinematographischen Sprache stehen und mutig genug sind, einer weiteren Verflachung des Akademiegedankens und der Ausdünnung demokratischer Prinzipien entgegenzutreten.
2016 wird die dffb 50 Jahre alt.

Es ist Zeit für einen Neuanfang, der die kritische und künstlerische Tradition der dffb in das 21. Jahrhundert übersetzt und weiterentwickelt!

Als ehemalige Studierende stehen wir mit unserer Erfahrung, unserem Netzwerk und unseren Ideen gerne bereit, einen solchen Neuanfang in der Interimszeit zu unterstützen und die Zukunft der dffb mitzugestalten.

Wir möchten Sie deshalb bitten, Ihrer Verantwortung als Regierender Bürgermeister gegenüber der Zukunft dieser einzigartigen Institution innerhalb der deutschen Filmlandschaft gerecht zu werden und unsere Forderungen zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Erstunterzeichner: Friederike Anders, Frank Behnke, Egon Bunne, Cinzia Bullo, Mari Cantu, Bärbel Freund, Gerd Conradt, Dagmar Jacobsen, Beat Lottaz, Andreas Mücke-Niesytka, Stefan Pethke, Biene Pilavci, Merlyn Solakhan, Monika Schmid, Uli Schueppel, Thomas Schultz, Heiko v. Swieykowski, Angi Welz-Rommel, Rolf Coulanges

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Donnerstag, 26. März 2015

"Wie geht es weiter mit der dffb?" - kulturradio rbb (26.3.15)

http://mediathek.rbb-online.de/radio/Kulturradio-am-Morgen/Wie-geht-es-weiter-mit-der-dffb/kulturradio/Audio?documentId=27315156&topRessort=radio&bcastId=9839110

"Die Stelle des Direktors an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) ist wieder vakant. Der Hamburger Produzent Ralph Schwingel ist wieder abgesprungen. Die Studierenden haben die Vorschläge des Kuratoriums abgelehnt. Warum? Und wie soll es jetzt weitergehen? Fragen an Jörg Daniel aus der Studierendenvertretung."

"Ralph Schwingel sagt der DFFB ab" - Film & TV Kameramann (26.3.15)



"Der Produzent Ralph Schwingel hat seine umstrittene Bewerbung um die Direktion der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) zurückgezogen. Damit geht die seit Oktober 2014 eskalierende Auseinandersetzung um die Besetzung des Chefpostens der Ausbildungsstätte in eine neue Runde. „Wir werden keine Direktion ohne die Zustimmung der Akademie akzeptieren“, schreiben Studierende im Blog „DFFB jetzt!“ ..."


"Wann, wenn nicht jetzt" - taz (26.3.15)


"... Nach Schwingels Rückzug ist es wahrscheinlich, dass vor einer möglichen Neuausschreibung das Ende des Gerichtsverfahrens abgewartet wird. Eine mündliche Anhörung ist für den 10. April anberaumt. Laut Auskunft aus der Senatskanzlei soll kurzfristig eine Stellungnahme veröffentlicht werden. Bei Redaktionsschluss lag sie noch nicht vor."

"Ernste Zweifel am Auswahlverfahren für DFFB-Direktorenposten" - Blickpunkt:Film (26.3.15)

http://www.mediabiz.de/film/news/ernste-zweifel-am-auswahlverfahren-fuer-dffb-direktorenposten/392646

"Die Situation an der DFFB eskaliert weiter: Erst Anfang der Woche hatte Produzent Ralph Schwingelangesichts der Querelen um das Auswahlverfahren das Handtuch geworfen und seine Bewerbung für den Posten des Direktoren zurückgezogen (wir berichteten). Nun hat der Rat der Studierenden ein an Björn Böhning als Berliner Senatskanzlei-Chef und Kuratoriumsvorsitzenden der DFFB gerichtetes Anwaltsschreiben veröffentlicht, in dem eine Reihe rechtlicher Verstößen beim Auswahlverfahren behauptet werden. ..."

Mittwoch, 25. März 2015

Brief von Raue LLP an Björn Böhning (25.3.15)

Der Rat der Studierenden der DFFB, im Namen der Gemeinschaft der Studierenden, wird im Zusammenhang mit dem Auswahlverfahren für eine neue Direktion der DFFB von der Anwaltssozietät Raue LLP rechtlich vertreten.

Folgendes Schreiben wurde heute an Björn Böhning übermittelt.


"Neues vom DFFB Komplex"

Neues vom DFFB KomplexWas will der Tagesspiegel mit seiner Überschrift sagen? Dass Jesus Christus nicht in der Lage...

Posted by Revolver, Zeitschrift für Film on Mittwoch, 25. März 2015

"Hier hätte auch Jesus Christus keine Chance" - Die Welt (25.3.15)


"... Böhning scheint die fünf Millionen Euro, mit denen Berlin die Institution jährlich finanziert, als Wirtschaftsförderung zu betrachten, die Personal für die Filmindustrie hervorzubringen hat. Der Entwurf eines neuen DFFB-Statuts, mit dem die Drittelparität – Studenten, Dozenten und Mitarbeiter entscheiden über wichtige Belange selbst – abgeschafft würde, liegt angeblich bereits in der Schublade. Demnach hätte der Direktor immer das letzte Wort."

"Ralph Schwingel zieht Bewerbung für DFFB-Direktorenposten zurück" - Blickpunkt:Film (25.3.15)


"... In einer ersten Stellungnahme betont der Rat der Studierenden an der DFFB, dass es ihm nie um eine Ablehnung von Schwingel als Person gegangenen sei, sondern einzig um Kritik am Verfahren. Daher habe man Schwingel auch gebeten, seine Bewerbung zurückzuziehen. Die Behauptung, die Studierenden wollten ihren Willen durchsetzen, wurde in der Stellungnahme als "tendenziös" bezeichnet; es sei niemals darum gegangen, den Direktor selbst zu bestimmen. Zu der von Schwingel grundsätzlich bejahten Drittelparität, die er sich nur in der jetzigen schwierigen Lage nicht vorstellen könne, heißt es in der Stellungnahme der Studierenden: "Wann, wenn nicht in schwierigen Zeiten, in denen tatsächliche Richtungsentscheidungen anstehen, sollte man Demokratie praktizieren?"."

Pressemitteilung der Studierenden /// 24.3.15

NEUE DIMENSIONEN: DER STREIT UM DIE DFFB-DIREKTION FÜHRT IN DEN KELLER – DER DISKURS FINDET AM LICHT DER ÖFFENTLICHKEIT STATT.

Am Montag dem 16. März 2015 sollte Ralph Schwingel der DFFB in einer Akademie-Vollversammlung vorstellig werden. Diese hatte, wie es in der Einladung formuliert war, zum Ziel, "offene Fragen zu klären" und die "Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit" zu schaffen. Um das laufende Verfahren und die illegitime Einsetzung Ralph Schwingels durch ihre Anwesenheit nicht zu legitimieren, hatten die Studierenden einen Boykott beschlossen.

Um sich trotzdem gesprächsbereit zu zeigen und Ralph Schwingel zu erklären, dass es sich hierbei nicht um eine Verurteilung seiner Person handelt, kam es im Vorfeld der Vollversammlung zu einem informellen Treffen zwischen Ralph Schwingel und drei studentischen VertreterInnen.

In diesem Gespräch informierten die Vertreter Ralph Schwingel über den in einer Umfrage unter den Studierenden beschlossenen Boykott und warben um Verständnis für ihre Haltung zum Prozess. Sie forderten Ralph Schwingel auf, seine nachgereichte Bewerbung zurückzuziehen und sich zusammen mit den Studierenden für ein gerechtes, transparentes Verfahren einzusetzen. Sie problematisierten außerdem die Zusammensetzung des Kuratoriums.

Ralph Schwingel erklärte, dass er seine Bewerbung "nicht aus Solidarisierung mit den Studenten" zurückziehen werde. Als mögliche Gründe für einen "unwahrscheinlichen" Rückzug nannte er "Selbstfürsorge" oder die Erkenntnis, dass er hier "nicht den Baum pflanzen kann, den er pflanzen will".

Anschließend versammelten sich etwa 30 StudentInnen vor den Fahrstühlen des Filmhauses für eine symbolische Sitzblockade. Sie begrüßten Ralph Schwingel mit Sprechchören: "Kein Direktor ohne uns". In der Folge mussten die Dozenten und Mitarbeiter für ihr Gespräch mit Ralph Schwingel in den Keller des Filmhauses ausweichen.
Etwa zeitgleich erreichte die DFFB die Nachricht von der einstweiligen Verfügung, die Sophie Maintignieux erwirkt hatte. Diese bestätigt die Kritik am Verfahren und die Einschätzung der vom Rat der Studierenden beauftragten Kanzlei Raue, das Verfahren sei "rechtswidrig".

Unterdessen wächst in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Tragweite der Situation. In Offenen Briefen und solidarischen Gesten bringen verschiedene Verbände ihre Sorge um die Zukunft einer einzigartigen Institution zum Ausdruck. Das öffentliche Interesse zollt der Tatsache Respekt, dass sich im Streit um den Direktionsposten der DFFB ein strukturelles Problem abbildet, das Fragen nach der Freiheit der Kunst im 21. Jahrhundert, der Ökonomisierung künstlerischer Ausbildung und ins besondere nach der Zukunft des deutschen Films aufwirft.

Auch die Zusammensetzung des Kuratoriums wird in der Presse zunehmend problematisiert. Dieses besteht mehrheitlich aus VertreterInnen der Industrie - kein/e FilmemacherInnen, kein/e Lehrende, kein/e KünstlerInnen sind darin vertreten. Nicht erst seit dem Verfahren vor fünf Jahren offenbaren sich immer deutlichere Interessenunterschiede zwischen dem Kuratorium und den Bedürfnissen der Akademie.

Es ist an der Zeit öffentlich für eine andere Zusammensetzung des Kuratoriums einzutreten. Für ein Kuratorium, das von einer Kultur des Wechsels getragen wird. Eines, dessen Mitglieder Empathie für die Vorzüge der DFFB besitzen und die Besonderheiten der Akademie – zum Beispiel die Drittelparität – verteidigen, anstatt sie mit neuen Statuten offiziell abzuschaffen.

Wir fordern eine nachhaltige Sicherung der DFFB als Ort der freien und unabhängigen Filmkunst. Dies kann nur mit einer Neustrukturierung des Kuratoriums der DFFB und einer Reformation des Verfahrens zur Neubesetzung der Direktion erreicht werden.

UPDATE ZU RALPH SCHWINGELS RÜCKZUG

In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ wurde heute Abend (24.3.15) bekannt, dass Ralph Schwingel seine Bewerbung um die Direktion der DFFB zurückzieht.
Wir, die Studierenden der Deutschen Film- und Fernsehakademie, bedauern die Gründe für diese Entscheidung. Wir möchten an dieser Stelle erneut betonen, dass es uns nie um eine Ablehnung der Person Ralph Schwingels ging, sondern um unsere Kritik am Verfahren, deren logische Konsequenz es war, Ralph Schwingel um den Rückzug seiner Bewerbung zu bitten. Diese Haltung haben wir in einem Gespräch zwischen Ralph Schwingel und studentischen Vertretern deutlich gemacht.

Leider ist es im Verlauf dieses Gesprächs zu keiner Annäherung gekommen. In dem Interview mit dem „Tagesspiegel“ legt er nun nicht nur die Gründe für seinen Rückzug offen, sondern übt auch polemische Kritik an der Studentenschaft. Wir möchten hier zu einigen Punkten des Gesprächs Stellung beziehen.
Der „schöne konstruktive Impuls“ des Gesprächsangebots der Dozierenden an die Studierenden wurde von uns interessiert wahrgenommen. Vereinzelte Versuche, die anwesenden Studierenden von einer Zusammenarbeit mit Ralph Schwingel zu überzeugen, misslangen, da es eben keinen „harten Kern“ gibt, sondern eine Studentenschaft, die geschlossen und seit Monaten das Verfahren kritisiert.

Behauptungen wie die, die Studierenden wollten „ihren Willen durchsetzen“ und Sophie Maintignieux sei „Favoritin“ sind tendenziös und zeichnen ein falsches Bild der Studentenschaft. Wie in zahlreichen Pressemeldungen und Interviews dargelegt, ging es uns niemals darum, „den Direktor selbst zu bestimmen“. Der basisdemokratisch abgestimmte Verfahrensvorschlag der Akademie hätte eine Vorlesungsreihe beinhaltet. Jeder Bewerber, der über 50 % der Stimmen der Akademie auf sich hätte versammeln können, wäre dem Kuratorium vorgestellt worden. Auch war Sophie Maintigneux niemals die einzige von der Akademie gestützte Bewerbung. Vielmehr war die Bewerbung von Oliver Czeslik und Fred Kelemen aus formalen Gründen bereits in der ersten Runde aussortiert worden – einer von vielen Punkten, an denen dieses Verfahren kritisiert werden muss und juristisch angreifbar ist.

Ralph Schwingel spricht in dem zitierten Interview vom studentischen „Eigensinn“ und wirft den Studierenden vor, sich nicht auf einen „common sense“ einzulassen. Die Drittelparität bejahe er grundsätzlich, aber „nicht in der jetzigen schwierigen Lage“.
Neue Statuten, die die Drittelparität praktisch abschaffen bzw. den akademischen Rat zu einem rein beratenden Gremium degradieren sollen, liegen vorbereitet auf dem Schreibtisch des Kuratoriums. Die Verabschiedung dieser Statuten soll, wie Böhning in der Akademievollversammlung am 11. März 2015 mitteilte, die neue Direktion durchführen. Mit der Drittelparität würde das Kernstück des Akademiegedankens abgeschafft werden. 

Wir erkennen in dem wiederholten Versuch, die Studierenden als chaotisch und nicht einstimmig zu beschreiben Angst vor der praktizierten Demokratie, der wir die Frage entgegensetzen möchten: Wann, wenn nicht in schwierigen Zeiten, in denen tatsächliche Richtungsentscheidungen anstehen, sollte man Demokratie praktizieren?

Ralph Schwingel unterstellt den Studierenden ein „seltsam unhinterfragtes Fundament des Filmens aus der Kunst und aus dem Widerstand heraus“, eine Formulierung, die in vielerlei Hinsicht kritisch zu betrachten ist, da sie an die Definition der Filmkunst rührt. Die DFFB hat sich immer als Ort der Ausübung und des Nachdenkens über Film als Kunst verstanden. Zu diesem Nachdenken gehört selbstverständlich eine Kultur der permanenten Hinterfragung, ohne die keine künstlerische Innovation möglich wäre.

Des weiteren bemerkt Ralph Schwingel, in der jetzigen Situation brauche es statt der Drittelparität „demokratisches Urvertrauen“ und ein „gemeinsames Streben nach der besten Lösung“. Wir möchten noch einmal daran erinnern, dass die Hoffnung und der Glaube an das gemeinsame Streben von Seiten Björn Böhnings mit dem Konsensversprechen aufgekündigt wurde. Bereits in einem Offenen Brief an Herrn Müller haben wir ein Verfahren gefordert, dass uns das verlorene Vertrauen in demokratische Grundwerte zurückgibt. An dieser Forderung halten wir fest.

Schließlich zitiert Ralph Schwingel einen Alumnus mit „hier könnte nicht mal Jesus Christus was ausrichten“. Wir möchten uns gegen zynische Äußerungen dieser Art deutlich verwehren. Außerdem möchten wir klarstellen, dass wir weder einen „Retter“ noch einen „weißen Ritter“ brauchen. Wir brauchen eine Direktion, die unsere Akademie nicht von ihrem Mut, ihrem Demokratiesinn und ihrem „Eigensinn“ heilen will. Eine Direktion, die sich der Akademie gegenüber stärker verantwortlich fühlt als dem mächtigen Kuratorium. Eine Direktion, die die Akademie nicht als eine im Kriegszustand beschreibt, die kurz davor ist „in Schutt und Asche“ zu zerfallen, sondern als eine, die auf dem Weg zu einer historischen Stärke ist, die sie braucht, um ihre Zukunft zu gestalten.


Der Rat der Studierenden der DFFB
im Namen der Gemeinschaft der Studierenden

Dienstag, 24. März 2015

"DFFB-Chefsuche: Ralph Schwingel gibt auf" - Der Tagesspiegel (24.3.15)


"Die Berliner Film- und Fernsehakademie DFFB kommt nicht zur Ruhe: Im Dauerkonflikt um die Berufung eines neuen Chefs gibt nun der Kandidat Ralph Schwingel auf. Im Interview spricht er über die Gründe."

Samstag, 21. März 2015

"Deutsches Filmfördergesetz: Wider die Diktatur des Mittelmaßes" - FAZ (20.3.15)

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/das-deutsche-filmfoerdergesetz-braucht-einen-wandel-13461802.html

"... Das System ist gar nicht mehr in der Lage, Qualität zu erkennen und gezielt zu fördern. (...) Wer dafür sorgen will, dass der Nachwuchs tatsächlich neue Impulse auslöst, muss verhindern, dass schon an den Filmschulen und bei den ersten Filmen dieselben Strukturen und Akteure Einfluss ausüben, die derzeit überall künstlerisches Risiko boykottieren. ..."

Zwölf Uhr Mittags - radioeins (14.3.15)

"Die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) hat einen neuen Direktor - die Studenten protestieren weiter. Wir sprachen mir der Studenten-Sprecherin Susanne Heinrich."

Podcast vom 14.3.15 ab 41:11.

Donnerstag, 19. März 2015

"Peinlich, dilettantisch, unbegabt – das passiert, wenn sich die Politik in die Kultur einmischt"

Rüdiger Suchslands Cinema Moralia - Folge 104 (19.3.15)

http://www.artechock.de/film/text/special/2015/cinema_moralia/03_19.html

"Kann eigent­lich Björn Böhning über diese Sache stolpern? Das fragte mich heute ein – sehr renom­mierter,m mit manchen Film­preisen bedachter – Film­pro­du­zent im infor­mellen Gespräch. Gute Frage, dachte ich. Über die Antwort bin ich mir unsicher. Einer­seits wohl eher nicht, denn dafür ist die DFFB einfach nicht wichtig genug. Und die gut fünf Millionen DFFB-Etat nur Peanuts. Wie viel hat nochmal die geschei­terte, von Anfang an verfehlte läppische Olympia-Bewerbung gekostet?Ander­seits: viel­leicht doch, falls hier tatsäch­lich mit Wissen des Berliner Senats­kan­z­lei­chefs falsche Unter­lagen einge­reicht worden sind. ..."

"Erstmal kein neuer Direktor" - artechock (19.3.15)

http://www.artechock.de/film/text/special/2015/dffb/03_19.html

"... »Was ist denn das für ein Demo­kra­tie­ver­s­tändnis?« war da von einigen vorwurfs­voll zu hören – als hätte man noch nie etwas von »Sit-ins« und Protest­kultur gehört, als wüsste man nicht, dass Protest und das Pochen auf Mitbe­stim­mung zum Wesen der DFFB gehört, dass Gesprächs­ver­wei­ge­rung auch das gute Recht freier Bürger ist. Dabei gab es diese Verwei­ge­rung gar nicht. Im Gegenteil hatte es schon zuvor am Mittag ein Treffen zwischen Schwingel und drei Studen­ten­ver­tre­tern gegeben, das durchaus friedlich verlaufen war. Darin erläu­terten die Studenten ihren seit drei Monaten andau­ernden Protest dagegen, aus dem Verfahren zur Berufung des neuen Direktors ausge­schlossen zu sein. ..."

"Ein Mann nach dem Geschmack der Filmindustrie" - FAZ (18.3.15)

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/studenten-wollen-neuen-dffb-direktor-ralph-schwingel-nicht-13487107.html

"Die Deutsche Film- und Fernsehakademie düpiert bei der Wahl ihres neuen Direktors ihre Studenten. Die autokratische Entscheidung für den Filmproduzenten Ralph Schwingel dient wirtschaftlichen Interessen. Die Filmkultur hat das Nachsehen.

Keinen Direktor ohne uns!“ Mit dieser Parole sah sich der Filmproduzent Ralph Schwingel am Montagnachmittag im Foyer des Filmhauses am Potsdamer Platz in Berlin konfrontiert. Er war gekommen, um sich der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) als deren künftiger Direktor vorzustellen. Für diese Funktion hat ihn das zuständige Kuratorium vor zwei Wochen „in Aussicht genommen“, was eine durchaus merkwürdige Formulierung ist, um eine Bestellung zu verkünden. Es klang darin schon an, dass Schwingel vor Amtsantritt noch ein bisschen Wahlkampf in eigener Sache machen würde, und zwar nach der schon erfolgten Wahl. ..."



Mittwoch, 18. März 2015

"Ende gut, alles gut?" - epd Film (17.3.15)



"Man sah sie während der Berlinale allerorten: die Studentinnen und Studenten, die gegen den Verlauf des Besetzungsverfahrens an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) protestierten. Im Juni letzten Jahres hatte sich der seit 2010 amtierende Direktor der dfffb, Jan Schütte, nach L.A. zum American Film Institute verabschiedet. Eigentlich genügend Zeit, einen Nachfolger zu finden – sollte man meinen. Doch die Besetzungsquerelen wuchsen sich zu einer Posse aus."


Montag, 16. März 2015

"DFFB-Eklat: Raus aus dem Keller" - Der Tagesspiegel (16.3.15)

http://www.tagesspiegel.de/kultur/dffb-eklat-raus-aus-dem-keller/11513636.html

"... Manchmal muss man erst ganz nach unten, damit es wieder aufwärts geht. Auch bildlich: Als der vom Kuratorium der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) „in Aussicht genommene“ neue Direktor Ralph Schwingel am Montag nachmittag in den Akademieräumen im Filmhaus am Potsdamer Platz das Gespräch mit den Studenten sucht, blockieren zunächst rund zwei Dutzend Protestierer die Aufzüge. Der Versuch, ins Kino Arsenal im Untergeschoss auszuweichen, scheitert: Flugs verlagert sich die Blockade vor dessen Tür. Schließlich findet man sich zwecks Gespräch in einem kaltweiß beleuchteten Kellerflur mit rund 30 Dozenten und Mitarbeitern wieder. ..."

"Demokratie wird hier nur gespielt" - Die Welt (16.3.15)

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article138445741/Demokratie-wird-hier-nur-gespielt.html

"Heute besucht der künftige Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie deren Räume am Potsdamer Platz in Berlin, um herauszufinden, ob dort irgendjemand bereit ist, mit ihm zu sprechen. Die Chancen stehen nicht gut. Hinter der legendären Hochschule liegt ein turbulentes halbes Jahr, in dem alle Beteiligten versuchten, sich auf einen neuen Leiter zu einigen – ohne Erfolg. Es war der Versuch eines demokratischen Prozesses, der am Ende zu einem Wort der Macht geführt hat – und Studenten, Dozenten und Personal zutiefst frustriert zurücklässt. Und es ist keine resignierte Frustration, sondern eine wütende, die zornigste vielleicht, seit der Student (und spätere RAF-Terrorist) Holger Meins seinen Übungsfilm "Wie baue ich einen Molotow-Cocktail" drehte. ..."

"DFFB - New Director, Old Problems?" - realeyz (16.3.15)

http://www.realeyz.tv/en/blog/arthouse/dffb-new-director-old-problems.html
"... The DFFB, whose alumni include Christian Petzold, Harun Farocki, Helke Sander, Gerd Conradt, Maren-Kea Freese, Emily Atef, Detlev Buck, Wolfgang Becker, Jan-Ole Gerster, Ramon Zürcher and countless other acclaimed German directors, has a long tradition of student participation in decision-making. While Schwingel's production achievements and educational experience are uncontested, it is incomprehensible why he was appointed without any input from DFFB students and staff, especially as outside legal expertise has also deemed the process “dubious”. This just makes Schwingel's job more difficult and deflects energy from the task and hand – ensuring quality education and thus shaping the next generation of German cinema."

Sonntag, 15. März 2015

Online-Petition: Neuaufnahme und Reform des Verfahrens für die Berufung des Direktors bzw. der Direktorin an der DFFB




Sehr geehrter Herr Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin,

wir verfolgen seit geraumer Zeit mit Erstaunen, wie an der DFFB ein neuer Direktor installiert werden soll, der durch keinerlei demokratisches Verfahren legitimiert ist. Diese Form der Hinterzimmerpolitik ist nicht fair gegenüber den Studenten, Mitarbeitern und Dozenten der DFFB, nicht gegenüber den Bürgern, die die DFFB finanzieren und auch nicht fair gegenüber den Kandidaten und Kandidatinnen, die damit beschädigt werden. Den größten Schaden nimmt der Ruf der DFFB, der in den letzten Jahren ohnehin schon gelitten hat.

Die DFFB ist eine Einrichtung des Landes Berlin.

Wir bitten Sie deshalb, dafür zu sorgen, dass bei dem Vergabeverfahren um den Direktorenposten demokratische Prinzipien wie Transparenz und Mitbestimmung eingehalten werden, wie sie für Hochschulen üblich und wichtig sind.

Mit freundlichen Grüßen

Filmschaffende - erste Unterzeichner

Franz Müller (Regisseur/Autor)
Benjamin Ikes (Filmeditor)
Bastian Trost (Schauspieler)
Dörte Franke (Regisseurin/Autorin)
Marc Bauder (Regisseur/Autor)
Benjamin Heisenberg (Regisseur/Autor)
Bettina Böhler (Filmeditorin)
Dietrich Brüggemann (Regisseur/Autor)
Matl Findel (Regisseur/ehemaliger Ex-Filmer)
Dirk Lütter (Kamera/Regisseur)
Steffi Niederzoll (Autorin/Regisseurin)
Tom Lass (Regisseur)
Ulrich Köhler (Regisseur/Autor)
Deniss Kacz (Filmemacher)
Kristl Philippi (Dramaturgin/Autorin)
Ekkehard Knörer (Filmkritiker)
Manon Heugel (Regisseurin)
Angelina Maccarone (Regisseurin/Autorin)
Fabian Joest Passamonte (Regisseur/Autor/Schauspieler)
Stefan Oliveira (Filmeditor)
Katharina Spiering (Schauspielerin)
Helvecio Marins (Regisseur)
Isabel Meier (Filmeditorin)
Juliane Friedrich (Szenenbild)
Iris Jansen (Autorin/Regisseurin)
Christine Lang (Filmemacherin)
Dirk Szuszies (Filmemacher)
Karin Kaper (Filmemacherin)
Christian Mrasek (Filmemacher)
Christine A. Maier (Kamerafrau)
Eva Könnemann (Filmemacherin)
Susanne Hopf (Szenenbildnerin)
Laura Tonke (Schauspielerin)
Stephan Geene (Filmemacher)
Valeska Grisebach (Regisseurin/Autorin)
Maike Mia Höhne (Kuratorin u.a. Berlinale Shorts/Regisseurin)
Jenny Lou Ziegel (Kamerafrau)
Nikolai Albrecht (Regisseur)
Minu Barati (Produzentin)
Katja Fedulova (Regisseur/Kamerafrau)
Franziska Krentzien (Regisseurin/ehemalige dffb Studentin)
Frank Behnke (Dozent an der dffb/Cutter/Sound Designer/Tonmeister/Regisseur/Schauspieler/Musiker/Autor)
Andreas Wodraschke (Filmeditor/Komponist)
Barbara Teufel (Regisseurin/Absolventin der dffb/Dozentin an der KHM)
Jan Speckenbach (Regie)
Thomas Arslan (Regisseur)
Florian Koerner von Gustorf (Produzent)
Michael Hammon (Regisseur/Kameramann)
Florian Baron (Regie)
Nina Fischer (Regisseurin/Absolventin der DFFB)
Maroan el Sani (Regisseur)
Christoph Tölle (Drehbuchautor/Kameramann)
Mari Cantu (Regisseurin/Absolventin der dffb)
Michael Kotschi (Kameramann)
Emily Atef (Regisseurin)
Maren-Kea Freese (Autorin/Regisseurin)
Henner Winkler (Regisseur)
Patricia Hector (Schauspielerin)
Mieke Ulfig (Videokünstlerin/Titel Design)

„Eine Abwicklung der Filmhochschule steht nicht im Raum“ - Berliner Zeitung (15.3.15)

http://www.berliner-zeitung.de/film/interview-mit-dem-neuen-dffb-direktor-ralph-schwingel--eine-abwicklung-der-filmhochschule-steht-nicht-im-raum-,10809184,30128404.html

"... Der designierte neue DFFB-Direktor Ralph Schwingel spricht im Interview über die Kritik am Verfahren und Herausforderungen der traditionsreichsten deutschen Filmhochschule. ..."

Freitag, 13. März 2015

Offener Brief von Pro Quote Regie an Björn Böhning (13.3.15)

http://www.proquote-regie.de/pqr-dffb-offener-brief-an-herrn-boehning/

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Böhning,

Pro Quote Regie ist eine Inititative von mittlerweile 307 Regisseurinnen, die sich für die Gleichstellung von Frauen im Regieberuf einsetzt.

Viele fühlen sich der DFFB sehr verbunden und sind bestürzt über die Berichte in der Presse und aus der Studentenschaft zum aktuellen Auswahlverfahren zur Besetzung der Akademieleitung. Wir möchten Sie bitten, in einer Stellungnahme die von vielen Seiten geforderte Transparenz herzustellen.

Wir als Pro Quote Regie würden es begrüßen, wenn in Berlin eine Frau an die Spitze einer Filmhochschule berufen wird. Es würde ein starkes Signal für die Gleichstellung von Frauen und Männern innerhalb der Filmbranche davon ausgehen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team von Pro Quote Regie

Annette Ernst, Katinka Feistl, Esther Gronenborn, Nina Grosse, Imogen Kimmel, Maria Mohr, Nathalie Percillier, Barbara Rohm, Margrét Run, Bettina Schoeller, Tatjana Turanskyi, Connie Walther.

Donnerstag, 12. März 2015

"Nicht löschbares Feuer?"

Rüdiger Suchslands Cinema Moralia - Folge 103 (12.3.15)


»Die Heraus­for­de­rung besteht darin, den Akt des Denkens mit der Hitze des Augen­blicks in Einklang zu bringen. In der Kälte des Danach zu reflek­tieren führt nicht zu einer ausge­wo­ge­neren Wahrheit, sondern norma­li­siert die Situation und erlaubt uns, der Schneide der Wahrheit auszu­wei­chen.« – Slavoj Zizek

Pressemitteilung der Studierenden /// 12.3.15

BOYKOTT?

Gestern fand unter dem Namen „Akademievollversammlung“ eine Informations-veranstaltung statt, in der der Vorsitzende des Kuratoriums der DFFB Björn Böhning im Rahmen eines Gesprächs zum Verfahren der Direktorensuche Stellung nehmen sollte. Das Verfahren wurde am 6. März 2015 mit dem Votum für den am öffentlichen Ausschreiben vorbeigeschleusten Bewerber Ralph Schwingel faktisch beendet.

Zu Beginn wurde vom Rat der Studierenden im Namen der Gemeinschaft der Studierenden ein Statement vorgelesen:

„... Wir, die Studierenden der DFFB, akzeptieren das Verfahren zur Neuberufung der Direktion nicht. Wir werden weiter für ein offenes, transparentes und chancengleiches Verfahren kämpfen, das unserer Akademie als einem Ort der freien und unabhängigen Kunst gerecht wird. ...“

Anschließend verließen ca. 45 von 60 anwesenden Studierenden den Raum. Die Übrigen stellten gemeinsam mit den Dozenten und Mitarbeitern Fragen an Björn Böhning.

Nach dem Statement informierte Böhning über seine Ideen zu Film und Medien. Er sprach von der Zusammenarbeit der Genres statt von jener der Gewerke. Er berichtete von seinen erstaunlichen Erlebnissen in amerikanischen Filmstudios. Er beschrieb den Zuschauer als Kunden, der sich das Produkt ansieht. Gleichzeitig bat er darum, seiner im Internet nachzulesenden Rede zur Industriepolitik für den deutschen Film nicht allzu viel Gewicht beizumessen, da hätte er schließlich zu Produzenten gesprochen.

In drei Sätzen versuchte Böhning das umstrittene Verfahren zu legitimieren. Das Kuratorium dürfe in seiner Entscheidung nicht beeinflusst werden. Rechtlich seien ihm die Hände gebunden. Die Bildung der gescheiterten Findungskomission wäre schon ein Entgegenkommen gewesen.

Nach Böhnings Ansprache wurde das Verfahren von allen Seiten der Akademie – von Studenten, Mitarbeitern und Dozenten – unisono kritisiert.

Björn Böhning reagierte auf die offen artikulierte Empörung mit vorbereiteten Phrasen und zog sich auf legalistisches Vokabular zurück.

Nach zwei Stunden konstatierte die Moderatorin, dass Böhning und die Mitglieder der Akademie einander nicht näher kämen.

Man kann nur Zynismus in Böhnings Schlussworten lesen, mit welchen er um Offenheit für den zu berufenden Bewerber warb.

Die Mitglieder der Akademie verließen fassungslos den Ort der Veranstaltung.

~

Noch einmal weisen wir, der Rat der Studierenden, auf die Unrechtmäßigkeit des Verfahrens hin.

Nach der rechtlichen Prüfung durch einen namhaften Anwalt wurden unsere Zweifel an der ordnungsgemäßen Durchführung des Verfahrens bestätigt.

Dazu wird der Vorsitzende des Kuratoriums der DFFB in den nächsten Tagen einen Brief erhalten.

Wir werden weiterhin für ein offenes, transparentes und chancengleiches Verfahren kämpfen, das unserer Akademie als einem Ort der freien und unabhängigen Kunst gerecht wird.


Der Rat der Studierenden der DFFB
im Namen der Gemeinschaft der Studierenden