http://www.critic.de/special/ueberraschung-in-berlin-das-grundgesetz-greift-auch-fuer-die-dffb-3891/
"... Aussichtsreich sei die Klage in der
Hinsicht, dass es sich bei der Direktion der DFFB um einen Posten
handeln könnte, der einem öffentlichen Amt vergleichbar ist. Dafür gelten dann besondere Vorschriften und es greift das Grundgesetz §
33 (2): „Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und
fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.“ Sehr anschaulich
beschrieb die Richterin, wie sie zur vorläufigen Auffassung komme, dass
die DFFB letztlich wie jede andere Hochschule zu behandeln sei. Die
Parallelität sei groß: Es gäbe Studierende, Semester, Diplome, es werde
Lehre betrieben – all das sei ausgestaltet wie bei anderen Hochschulen,
und solche Schulen seien „regelmäßig öffentlich“.
Die genauen Auswirkungen kann erst das Hauptsacheverfahren
ergeben. Offensichtlich aber ist schon jetzt: Ein geheimes Verfahren mit
aus dem Hut gezauberten Kandidaten nach Ende der Ausschreibungsfrist
kann es dann nicht geben. Zur Erinnerung der bisherige, einigermaßen
absurd klingende Verlauf: Statt nach der Absage von Pölsler das
Verfahren für gescheitert zu erklären und die Stelle neu auszuschreiben,
hatte Senatskanzleichef Böhning Monate nach Ausschreibungsende (Ende
September 2014) neue potenzielle Kandidaten gesucht. ..."
Wir sind Alumni der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, die an vergangenen politischen Aktionen rund um Direktorenwahlen beteiligt waren. Anlässlich der Neuausschreibung der Doppelspitze im Januar 2021 möchten wir diesen Blog relaunchen – als Archiv vergangener Auseinandersetzungen und zugleich als Ort, an dem die Ereignisse rund um die Neubesetzung des Direktorats 2021 kommentiert werden: um Öffentlichkeit herzustellen, die im Rahmen des "Change Prozesses" an der dffb nicht gegeben ist.
Sonntag, 12. April 2015
Freitag, 10. April 2015
"Kampf um die DFFB: Sophie Maintigneux punktet vor Gericht" - Der Tagesspiegel (10.4.15)
Donnerstag, 9. April 2015
"DFFB: Ein Drama in vielen Akten" - Berliner Filmfestivals (5.4.15)
http://berliner-filmfestivals.de/2015/04/zurueckgespult-21-das-gerangel-um-den-chef-posten-der-dffb
"... Momentan erkämpfen sich die Studenten ihr Mitbestimmungsrecht bei der Wahl ihres Direktors. Sie fordern eine interne Eignungsprüfung in Form einer Vorlesung, bei der sich potentielle Bewerber bei der Akademie vorstellen, bevor sie vom Kuratorium zum Auswahlverfahren zugelassen werden. Von Seiten des Kuratoriums gibt es zu dieser Forderung noch keine Stellungnahme. Dafür äußerte man aber auf der Pressekonferenz am zweiten April Überlegungen, auch Vertreter aus Lehre und und Filmregie mit in die eigenen Reihe aufzunehmen. ..."
Donnerstag, 2. April 2015
"April April: Jan Schulz-Ojala wird doch nicht neuer DFFB Direktor" - NEGATIV (2.4.15)
http://www.negativ-film.de/2015/04/april-april-jan-schulz%C2%AD-ojala-wird-doch-nicht-neuer-dffb%C2%AD-direktor
"Aufatmen an der DFFB. Jan SchulzOjala, der zweite Filmredakteur des Berliner "Tagesspiegel" wird doch nicht Direktor der "Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin" (DFFB). ..."
"Aufatmen an der DFFB. Jan SchulzOjala, der zweite Filmredakteur des Berliner "Tagesspiegel" wird doch nicht Direktor der "Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin" (DFFB). ..."
Mittwoch, 1. April 2015
"Sensation: Jan Schulz-Ojala wird neuer DFFB-Direktor!" - NEGATIV (1.4.15)
http://www.negativ-film.de/2015/04/sensation-jan-schulz%C2%AD-ojala-wird-neuer-dffb%C2%ADdirektor
"Die Nachricht kommt überraschend, aber nicht unerwartet: Jan SchulzOjala (62), der zweite Filmredakteur des Berliner "Tagesspiegel", wird neuer Direktor der "Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin" (DFFB).
... Gegenüber seiner Chefin Christiane Peitz und allen Gegenwinden durch die offenen Briefe von DFFB-Alumni und Branchenverbänden habe SchulzOjala immer den Standpunkt der Senatskanzlei vertreten, das müsse belohnt werden, so Böhning weiter: "Wir wollen unseren Direktor selbst bestimmen." ..."
"Die Nachricht kommt überraschend, aber nicht unerwartet: Jan SchulzOjala (62), der zweite Filmredakteur des Berliner "Tagesspiegel", wird neuer Direktor der "Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin" (DFFB).
... Gegenüber seiner Chefin Christiane Peitz und allen Gegenwinden durch die offenen Briefe von DFFB-Alumni und Branchenverbänden habe SchulzOjala immer den Standpunkt der Senatskanzlei vertreten, das müsse belohnt werden, so Böhning weiter: "Wir wollen unseren Direktor selbst bestimmen." ..."
Pressekonferenz des Rates der Studierenden (31.3.15) + Statement
| Auf dem Podium: Susanne Heinrich, Katinka Narjes, Gerald Sommerauer und Jörg Daniel |
Wir bedanken uns herzlich bei den Teilnehmern der gestrigen Pressekonferenz. Hier das Statement der Studierenden, das an die Anwesenden verteilt wurde:
STATEMENT
DER GEMEINSCHAFT DER STUDIERENDEN
1.
Nur bei einem fairen, transparenten Verfahren gehen wir mit.
Den
Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitern der DFFB hat Björn
Böhning zu Beginn der Direktorensuche unermüdlich die
Unangreifbarkeit des Verfahrens gepredigt.
Jetzt
mussten wir miterleben, wie Björn Böhning selbst das Verfahren
umgeht: Ralph Schwingels Bewerbung musste rückdatiert werden, da er
sich damals auf die Ausschreibung überhaupt nicht beworben hatte.
Erst vier Monate nach Bewerbungsschluss, als die Kandidatenlage
schwierig wurde und das Konsensversprechen, das uns im Prozess
gehalten hatte, aufgekündigt war, wurde Ralph Schwingel angefragt.
Nach mehrwöchiger Nicht-Kommunikation mit den akademischen
Vertretern wurden diese im Februar vor vollendete Tatsachen gestellt:
seine Berufung wurde „in Aussicht genommen“.
Die
Studierenden, Mitarbeiter und Dozierenden hatten damals nach Jan
Schüttes Abgang dem Kuratorium den Vorschlag unterbreitet: Es
sollte, wie auch in den Jahren zuvor, eine Vorstellung der Kandidaten
veranstaltet werden. Die Studierenden, Mitarbeiter und Dozierenden
der DFFB würden daraufhin abstimmen. Alle Kandidaten, die über 50%
an Ja-Stimmen bekommen hätten, wären als mögliche Kandidaten in
die Endrunde gekommen. Hieraus hätte das Kuratorium den neuen
Direktor für die DFFB ermittelt. Die
letztliche Entscheidung über den zukünftigen Direktor hätte also
unserem Vorschlag zufolge bei dem Kuratorium gelegen, nicht bei der
Akademie.
Dieser
Vorschlag wurde abgelehnt, die Haltung der Studierenden ist
geblieben. Wir verlangen nicht, wie häufig kolportiert, einen
Alleingang in der Direktorenwahl. Es gibt für die Studierenden
keinen Direktor-Favorit, den wir um jeden Preis ins Amt hieven
wollen. Auch Ralph Schwingel käme in Frage. Aber eben nur
legitimiert durch ein gerechtes, transparentes Verfahren.
2.
Die DFFB ist ein Ort der Kunst. Doch die Industrie entscheidet.
Die
DFFB ist eine Akademie, keine Universität. Ihre Aufgabe ist
demzufolge nicht vordergründig die Lehre, sondern die künstlerische
Entwicklung des angehenden Filmemachers.
Gesellschaftsvertrag
der DFFB
§
2 (1) Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und Unterhaltung
der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Die Akademie (...)
soll die künstlerische Entwicklung des Films und Fernsehens fördern.
Das Kuratorium, das
zur Gestaltung der DFFB einberufen wurde, zeigt in seiner
Zusammensetzung eine Einseitigkeit, die der Vielfältigkeit der DFFB
zuwider läuft. Kein Filmemacher, kein Künstler, kein Alumni ist in
diesem für die DFFB richtungsweisenden Kuratorium vertreten. Einzig
Vertreter der Filmindustrie entscheiden über die Zukunft der DFFB.
Auch hierzu gibt es
einen geltenden Paragrafen im Gesellschaftsvertrag der DFFB: §8
Abs.8, der regelt, dass kein Kuratoriumsmitglieder in geschäftlicher
Beziehung zur DFFB stehen darf.
Die Prüfung des
Medienanwalts Peter Raue hat ergeben, dass mindestens drei
Kuratoriumsmitglieder gegen diesen Grundsatz verstoßen. Das Fazit
von Anwalt Raue: Das Kuratorium war und ist fehlerhaft besetzt.
Wir fordern ein
Kuratorium, dass der Vielfältigkeit in Anspruch und Bedürfnissen
der Filmakademie DFFB gerecht wird, um richtungsweisend entscheiden
zu können.
3.
Wir wollen nicht nur eine Entscheidung, wir wollen auch den Diskurs.
Unsere
Proteste haben einen Diskurs losgetreten: die Öffentlichkeit spricht
wieder über die Kulturpolitik im Land Berlin. Je
länger wir uns in diesem undurchsichtigen Dschungel von
Entscheidungsträgern bewegen, desto mehr Unterstützung wird uns
zuteil. Die Nicht-Kommunikation nach außen, die geheimnistuerischen
Verfahrenswege, die langsame Abschaffung der Mitbestimmung, die
intransparenten Entscheidungsfindung wie in unserem Fall scheinen
keine Ausnahme.
Kulturschaffende
aus verschiedensten Bereichen berichten uns ähnliche Erfahrungen.
Doch die Furcht ist beständig, durch offene Kritik auf irgendwelchen
schwarzen Listen zu landen und sich womöglich einen nächsten
Förderentscheid zu verbauen.
Hier
sehen wir uns als Studierende in der Verantwortung: Als
Filmschaffende, die noch in keiner Abhängigkeit vom Markt stehen,
können wir diesem Diskurs eine Stimme geben und die Mängel der
Berliner Kulturpolitik benennen - ohne Sanktionen fürchten zu
müssen. Die Verfahrenswege der Berliner Kulturpolitik und ihre
Entscheidungsträger müssen diskutiert werden.
Der
Rat der Studierenden der DFFB
im
Namen der Gemeinschaft der Studierenden
"Filmstudenten: Jetzt konstruktiv!" - Der Tagesspiegel (1.4.15)
http://www.tagesspiegel.de/kultur/wie-geht-es-weiter-an-der-dffb-filmstudenten-jetzt-konstruktiv/11582354.html
"Ein halbes Jahr ohne Chef, der letzte Bewerber geflüchtet: Der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) geht es nicht gut. Nun suchen die Berliner Filmstudenten nach einer neuen Perspektive. Und auch in die Gegenseite, das Kuratorium, kommt Bewegung. ..."
"Ein halbes Jahr ohne Chef, der letzte Bewerber geflüchtet: Der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) geht es nicht gut. Nun suchen die Berliner Filmstudenten nach einer neuen Perspektive. Und auch in die Gegenseite, das Kuratorium, kommt Bewegung. ..."
Freitag, 27. März 2015
Offener Brief der DFFB-Alumni an den Regierenden Bürgermeister Müller (20.3.15)
dffb Alumni für die Neubesetzung des Kuratoriums
Sehr geehrter Regierender Bürgermeister Müller,
die gegenwärtige Situation um die Neubesetzung der Direktorenstelle der dffb erfüllt uns mit Sorge.
Seit fast 50 Jahren verfügt die dffb über einen herausragenden internationalen Ruf als Ausbildungsstätte für eine große Bandbreite filmischen Schaffens. Im europäischen Kontext befand sie sich immer auf Augenhöhe mit den renommiertesten Filmhochschulen.
Das Geheimnis ihres Ausbildungserfolgs lag in einem einzigartig freien Klima des Lehrens und Lernens; alle Belange der dffb wurden in einer demokratischen und offenen Auseinandersetzung diskutiert und entschieden.
Damit ist es seit geraumer Zeit vorbei:
Schon zum zweiten Mal soll nun ein Direktor in einem intransparenten, einseitigen Verfahren berufen werden. Die Entscheidungsgremien lassen sich weder durch konstruktive Interventionen noch durch öffentliche Appelle von ihrer Entscheidung abbringen und nehmen in Kauf, dass die dffb ohne klare Strukturen und ohne Direktion dahintreibt.
Die Verantwortung für diese existenzbedrohende Krise trägt ein auch Kuratorium, das ohne unabhängige künstlerische Positionen besetzt ist und sich ausschließlich aus Vertretern der Industrie zusammensetzt.
Gerade jetzt, kurz vor ihrem 50jährigen Bestehen, ist es unabdingbar, über eine Neuausrichtung der dffb im Geiste ihrer erfolgreichen Tradition nachzudenken.
Dazu braucht es unabhängige, kreative und selbstbewusste Menschen, die sich dieser Herausforderung stellen können.
WIR FORDERN:
Mit freundlichen Grüßen
Erstunterzeichner: Friederike Anders, Frank Behnke, Egon Bunne, Cinzia Bullo, Mari Cantu, Bärbel Freund, Gerd Conradt, Dagmar Jacobsen, Beat Lottaz, Andreas Mücke-Niesytka, Stefan Pethke, Biene Pilavci, Merlyn Solakhan, Monika Schmid, Uli Schueppel, Thomas Schultz, Heiko v. Swieykowski, Angi Welz-Rommel, Rolf Coulanges
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Sehr geehrter Regierender Bürgermeister Müller,
die gegenwärtige Situation um die Neubesetzung der Direktorenstelle der dffb erfüllt uns mit Sorge.
Seit fast 50 Jahren verfügt die dffb über einen herausragenden internationalen Ruf als Ausbildungsstätte für eine große Bandbreite filmischen Schaffens. Im europäischen Kontext befand sie sich immer auf Augenhöhe mit den renommiertesten Filmhochschulen.
Das Geheimnis ihres Ausbildungserfolgs lag in einem einzigartig freien Klima des Lehrens und Lernens; alle Belange der dffb wurden in einer demokratischen und offenen Auseinandersetzung diskutiert und entschieden.
Damit ist es seit geraumer Zeit vorbei:
Schon zum zweiten Mal soll nun ein Direktor in einem intransparenten, einseitigen Verfahren berufen werden. Die Entscheidungsgremien lassen sich weder durch konstruktive Interventionen noch durch öffentliche Appelle von ihrer Entscheidung abbringen und nehmen in Kauf, dass die dffb ohne klare Strukturen und ohne Direktion dahintreibt.
Die Verantwortung für diese existenzbedrohende Krise trägt ein auch Kuratorium, das ohne unabhängige künstlerische Positionen besetzt ist und sich ausschließlich aus Vertretern der Industrie zusammensetzt.
Gerade jetzt, kurz vor ihrem 50jährigen Bestehen, ist es unabdingbar, über eine Neuausrichtung der dffb im Geiste ihrer erfolgreichen Tradition nachzudenken.
Dazu braucht es unabhängige, kreative und selbstbewusste Menschen, die sich dieser Herausforderung stellen können.
WIR FORDERN:
- die Neuausschreibung der Direktorenstelle und ein transparentes Auswahlverfahren mit angemessener Beteiligung von Studierenden und Lehrenden
- eine adäquate Neuberufung des Kuratoriums mit unabhängigen Persönlichkeiten, die Empathie für den Geist der dffb besitzen, für die Weiterentwicklung der kinematographischen Sprache stehen und mutig genug sind, einer weiteren Verflachung des Akademiegedankens und der Ausdünnung demokratischer Prinzipien entgegenzutreten.
2016 wird die dffb 50 Jahre alt.
Es ist Zeit für einen Neuanfang, der die kritische und künstlerische Tradition der dffb in das 21. Jahrhundert übersetzt und weiterentwickelt!
Als ehemalige Studierende stehen wir mit unserer Erfahrung, unserem Netzwerk und unseren Ideen gerne bereit, einen solchen Neuanfang in der Interimszeit zu unterstützen und die Zukunft der dffb mitzugestalten.
Wir möchten Sie deshalb bitten, Ihrer Verantwortung als Regierender Bürgermeister gegenüber der Zukunft dieser einzigartigen Institution innerhalb der deutschen Filmlandschaft gerecht zu werden und unsere Forderungen zu unterstützen.
Es ist Zeit für einen Neuanfang, der die kritische und künstlerische Tradition der dffb in das 21. Jahrhundert übersetzt und weiterentwickelt!
Als ehemalige Studierende stehen wir mit unserer Erfahrung, unserem Netzwerk und unseren Ideen gerne bereit, einen solchen Neuanfang in der Interimszeit zu unterstützen und die Zukunft der dffb mitzugestalten.
Wir möchten Sie deshalb bitten, Ihrer Verantwortung als Regierender Bürgermeister gegenüber der Zukunft dieser einzigartigen Institution innerhalb der deutschen Filmlandschaft gerecht zu werden und unsere Forderungen zu unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
Erstunterzeichner: Friederike Anders, Frank Behnke, Egon Bunne, Cinzia Bullo, Mari Cantu, Bärbel Freund, Gerd Conradt, Dagmar Jacobsen, Beat Lottaz, Andreas Mücke-Niesytka, Stefan Pethke, Biene Pilavci, Merlyn Solakhan, Monika Schmid, Uli Schueppel, Thomas Schultz, Heiko v. Swieykowski, Angi Welz-Rommel, Rolf Coulanges
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http://www.bvkamera.org/aktuelles/index.php?aid=1935
http://www.proquote-regie.de/dffb-offener-brief-der-alumni-an-buergermeister-mueller-2/
http://www.proquote-regie.de/dffb-offener-brief-der-alumni-an-buergermeister-mueller-2/
Donnerstag, 26. März 2015
"Wie geht es weiter mit der dffb?" - kulturradio rbb (26.3.15)
http://mediathek.rbb-online.de/radio/Kulturradio-am-Morgen/Wie-geht-es-weiter-mit-der-dffb/kulturradio/Audio?documentId=27315156&topRessort=radio&bcastId=9839110
"Die Stelle des Direktors an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) ist wieder vakant. Der Hamburger Produzent Ralph Schwingel ist wieder abgesprungen. Die Studierenden haben die Vorschläge des Kuratoriums abgelehnt. Warum? Und wie soll es jetzt weitergehen? Fragen an Jörg Daniel aus der Studierendenvertretung."
"Die Stelle des Direktors an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) ist wieder vakant. Der Hamburger Produzent Ralph Schwingel ist wieder abgesprungen. Die Studierenden haben die Vorschläge des Kuratoriums abgelehnt. Warum? Und wie soll es jetzt weitergehen? Fragen an Jörg Daniel aus der Studierendenvertretung."
"Ralph Schwingel sagt der DFFB ab" - Film & TV Kameramann (26.3.15)
"Wann, wenn nicht jetzt" - taz (26.3.15)
"Ernste Zweifel am Auswahlverfahren für DFFB-Direktorenposten" - Blickpunkt:Film (26.3.15)
http://www.mediabiz.de/film/news/ernste-zweifel-am-auswahlverfahren-fuer-dffb-direktorenposten/392646
"Die Situation an der DFFB eskaliert weiter: Erst Anfang der Woche hatte Produzent Ralph Schwingelangesichts der Querelen um das Auswahlverfahren das Handtuch geworfen und seine Bewerbung für den Posten des Direktoren zurückgezogen (wir berichteten). Nun hat der Rat der Studierenden ein an Björn Böhning als Berliner Senatskanzlei-Chef und Kuratoriumsvorsitzenden der DFFB gerichtetes Anwaltsschreiben veröffentlicht, in dem eine Reihe rechtlicher Verstößen beim Auswahlverfahren behauptet werden. ..."
Mittwoch, 25. März 2015
Brief von Raue LLP an Björn Böhning (25.3.15)
Der Rat der Studierenden der DFFB, im Namen der Gemeinschaft der Studierenden, wird im Zusammenhang mit dem Auswahlverfahren für eine neue Direktion der DFFB von der Anwaltssozietät Raue LLP rechtlich vertreten.
Folgendes Schreiben wurde heute an Björn Böhning übermittelt.
"Neues vom DFFB Komplex"
Neues vom DFFB KomplexWas will der Tagesspiegel mit seiner Überschrift sagen? Dass Jesus Christus nicht in der Lage...
Posted by Revolver, Zeitschrift für Film on Mittwoch, 25. März 2015
"Hier hätte auch Jesus Christus keine Chance" - Die Welt (25.3.15)
http://www.welt.de/kultur/kino/article138779886/Hier-haette-auch-Jesus-Christus-keine-Chance.html
http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article138791095/Berliner-Studenten-vertreiben-auch-den-zweiten-Rektor.html
http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article138791095/Berliner-Studenten-vertreiben-auch-den-zweiten-Rektor.html
"Ralph Schwingel zieht Bewerbung für DFFB-Direktorenposten zurück" - Blickpunkt:Film (25.3.15)
Pressemitteilung der Studierenden /// 24.3.15
NEUE DIMENSIONEN: DER STREIT UM DIE DFFB-DIREKTION FÜHRT IN DEN KELLER – DER DISKURS FINDET AM LICHT DER ÖFFENTLICHKEIT STATT.
Am Montag dem 16. März 2015 sollte Ralph Schwingel der DFFB in einer Akademie-Vollversammlung vorstellig werden. Diese hatte, wie es in der Einladung formuliert war, zum Ziel, "offene Fragen zu klären" und die "Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit" zu schaffen. Um das laufende Verfahren und die illegitime Einsetzung Ralph Schwingels durch ihre Anwesenheit nicht zu legitimieren, hatten die Studierenden einen Boykott beschlossen.
Um sich trotzdem gesprächsbereit zu zeigen und Ralph Schwingel zu erklären, dass es sich hierbei nicht um eine Verurteilung seiner Person handelt, kam es im Vorfeld der Vollversammlung zu einem informellen Treffen zwischen Ralph Schwingel und drei studentischen VertreterInnen.
In diesem Gespräch informierten die Vertreter Ralph Schwingel über den in einer Umfrage unter den Studierenden beschlossenen Boykott und warben um Verständnis für ihre Haltung zum Prozess. Sie forderten Ralph Schwingel auf, seine nachgereichte Bewerbung zurückzuziehen und sich zusammen mit den Studierenden für ein gerechtes, transparentes Verfahren einzusetzen. Sie problematisierten außerdem die Zusammensetzung des Kuratoriums.
Ralph Schwingel erklärte, dass er seine Bewerbung "nicht aus Solidarisierung mit den Studenten" zurückziehen werde. Als mögliche Gründe für einen "unwahrscheinlichen" Rückzug nannte er "Selbstfürsorge" oder die Erkenntnis, dass er hier "nicht den Baum pflanzen kann, den er pflanzen will".
Wir erkennen in dem wiederholten Versuch, die Studierenden als chaotisch und nicht einstimmig zu beschreiben Angst vor der praktizierten Demokratie, der wir die Frage entgegensetzen möchten: Wann, wenn nicht in schwierigen Zeiten, in denen tatsächliche Richtungsentscheidungen anstehen, sollte man Demokratie praktizieren?
Ralph Schwingel unterstellt den Studierenden ein „seltsam unhinterfragtes Fundament des Filmens aus der Kunst und aus dem Widerstand heraus“, eine Formulierung, die in vielerlei Hinsicht kritisch zu betrachten ist, da sie an die Definition der Filmkunst rührt. Die DFFB hat sich immer als Ort der Ausübung und des Nachdenkens über Film als Kunst verstanden. Zu diesem Nachdenken gehört selbstverständlich eine Kultur der permanenten Hinterfragung, ohne die keine künstlerische Innovation möglich wäre.
Des weiteren bemerkt Ralph Schwingel, in der jetzigen Situation brauche es statt der Drittelparität „demokratisches Urvertrauen“ und ein „gemeinsames Streben nach der besten Lösung“. Wir möchten noch einmal daran erinnern, dass die Hoffnung und der Glaube an das gemeinsame Streben von Seiten Björn Böhnings mit dem Konsensversprechen aufgekündigt wurde. Bereits in einem Offenen Brief an Herrn Müller haben wir ein Verfahren gefordert, dass uns das verlorene Vertrauen in demokratische Grundwerte zurückgibt. An dieser Forderung halten wir fest.
Schließlich zitiert Ralph Schwingel einen Alumnus mit „hier könnte nicht mal Jesus Christus was ausrichten“. Wir möchten uns gegen zynische Äußerungen dieser Art deutlich verwehren. Außerdem möchten wir klarstellen, dass wir weder einen „Retter“ noch einen „weißen Ritter“ brauchen. Wir brauchen eine Direktion, die unsere Akademie nicht von ihrem Mut, ihrem Demokratiesinn und ihrem „Eigensinn“ heilen will. Eine Direktion, die sich der Akademie gegenüber stärker verantwortlich fühlt als dem mächtigen Kuratorium. Eine Direktion, die die Akademie nicht als eine im Kriegszustand beschreibt, die kurz davor ist „in Schutt und Asche“ zu zerfallen, sondern als eine, die auf dem Weg zu einer historischen Stärke ist, die sie braucht, um ihre Zukunft zu gestalten.
Der Rat der Studierenden der DFFB
im Namen der Gemeinschaft der Studierenden
Am Montag dem 16. März 2015 sollte Ralph Schwingel der DFFB in einer Akademie-Vollversammlung vorstellig werden. Diese hatte, wie es in der Einladung formuliert war, zum Ziel, "offene Fragen zu klären" und die "Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit" zu schaffen. Um das laufende Verfahren und die illegitime Einsetzung Ralph Schwingels durch ihre Anwesenheit nicht zu legitimieren, hatten die Studierenden einen Boykott beschlossen.
Um sich trotzdem gesprächsbereit zu zeigen und Ralph Schwingel zu erklären, dass es sich hierbei nicht um eine Verurteilung seiner Person handelt, kam es im Vorfeld der Vollversammlung zu einem informellen Treffen zwischen Ralph Schwingel und drei studentischen VertreterInnen.
In diesem Gespräch informierten die Vertreter Ralph Schwingel über den in einer Umfrage unter den Studierenden beschlossenen Boykott und warben um Verständnis für ihre Haltung zum Prozess. Sie forderten Ralph Schwingel auf, seine nachgereichte Bewerbung zurückzuziehen und sich zusammen mit den Studierenden für ein gerechtes, transparentes Verfahren einzusetzen. Sie problematisierten außerdem die Zusammensetzung des Kuratoriums.
Ralph Schwingel erklärte, dass er seine Bewerbung "nicht aus Solidarisierung mit den Studenten" zurückziehen werde. Als mögliche Gründe für einen "unwahrscheinlichen" Rückzug nannte er "Selbstfürsorge" oder die Erkenntnis, dass er hier "nicht den Baum pflanzen kann, den er pflanzen will".
Anschließend versammelten sich etwa 30 StudentInnen vor den Fahrstühlen des Filmhauses für eine symbolische Sitzblockade. Sie begrüßten Ralph Schwingel mit Sprechchören: "Kein Direktor ohne uns". In der Folge mussten die Dozenten und Mitarbeiter für ihr Gespräch mit Ralph Schwingel in den Keller des Filmhauses ausweichen.
Etwa zeitgleich erreichte die DFFB die Nachricht von der einstweiligen Verfügung, die Sophie Maintignieux erwirkt hatte. Diese bestätigt die Kritik am Verfahren und die Einschätzung der vom Rat der Studierenden beauftragten Kanzlei Raue, das Verfahren sei "rechtswidrig".
Unterdessen wächst in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Tragweite der Situation. In Offenen Briefen und solidarischen Gesten bringen verschiedene Verbände ihre Sorge um die Zukunft einer einzigartigen Institution zum Ausdruck. Das öffentliche Interesse zollt der Tatsache Respekt, dass sich im Streit um den Direktionsposten der DFFB ein strukturelles Problem abbildet, das Fragen nach der Freiheit der Kunst im 21. Jahrhundert, der Ökonomisierung künstlerischer Ausbildung und ins besondere nach der Zukunft des deutschen Films aufwirft.
Auch die Zusammensetzung des Kuratoriums wird in der Presse zunehmend problematisiert. Dieses besteht mehrheitlich aus VertreterInnen der Industrie - kein/e FilmemacherInnen, kein/e Lehrende, kein/e KünstlerInnen sind darin vertreten. Nicht erst seit dem Verfahren vor fünf Jahren offenbaren sich immer deutlichere Interessenunterschiede zwischen dem Kuratorium und den Bedürfnissen der Akademie.
Es ist an der Zeit öffentlich für eine andere Zusammensetzung des Kuratoriums einzutreten. Für ein Kuratorium, das von einer Kultur des Wechsels getragen wird. Eines, dessen Mitglieder Empathie für die Vorzüge der DFFB besitzen und die Besonderheiten der Akademie – zum Beispiel die Drittelparität – verteidigen, anstatt sie mit neuen Statuten offiziell abzuschaffen.
Wir fordern eine nachhaltige Sicherung der DFFB als Ort der freien und unabhängigen Filmkunst. Dies kann nur mit einer Neustrukturierung des Kuratoriums der DFFB und einer Reformation des Verfahrens zur Neubesetzung der Direktion erreicht werden.
UPDATE ZU RALPH SCHWINGELS RÜCKZUG
In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ wurde heute Abend (24.3.15) bekannt, dass Ralph Schwingel seine Bewerbung um die Direktion der DFFB zurückzieht.
Unterdessen wächst in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Tragweite der Situation. In Offenen Briefen und solidarischen Gesten bringen verschiedene Verbände ihre Sorge um die Zukunft einer einzigartigen Institution zum Ausdruck. Das öffentliche Interesse zollt der Tatsache Respekt, dass sich im Streit um den Direktionsposten der DFFB ein strukturelles Problem abbildet, das Fragen nach der Freiheit der Kunst im 21. Jahrhundert, der Ökonomisierung künstlerischer Ausbildung und ins besondere nach der Zukunft des deutschen Films aufwirft.
Auch die Zusammensetzung des Kuratoriums wird in der Presse zunehmend problematisiert. Dieses besteht mehrheitlich aus VertreterInnen der Industrie - kein/e FilmemacherInnen, kein/e Lehrende, kein/e KünstlerInnen sind darin vertreten. Nicht erst seit dem Verfahren vor fünf Jahren offenbaren sich immer deutlichere Interessenunterschiede zwischen dem Kuratorium und den Bedürfnissen der Akademie.
Es ist an der Zeit öffentlich für eine andere Zusammensetzung des Kuratoriums einzutreten. Für ein Kuratorium, das von einer Kultur des Wechsels getragen wird. Eines, dessen Mitglieder Empathie für die Vorzüge der DFFB besitzen und die Besonderheiten der Akademie – zum Beispiel die Drittelparität – verteidigen, anstatt sie mit neuen Statuten offiziell abzuschaffen.
Wir fordern eine nachhaltige Sicherung der DFFB als Ort der freien und unabhängigen Filmkunst. Dies kann nur mit einer Neustrukturierung des Kuratoriums der DFFB und einer Reformation des Verfahrens zur Neubesetzung der Direktion erreicht werden.
UPDATE ZU RALPH SCHWINGELS RÜCKZUG
In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ wurde heute Abend (24.3.15) bekannt, dass Ralph Schwingel seine Bewerbung um die Direktion der DFFB zurückzieht.
Wir, die Studierenden der Deutschen Film- und Fernsehakademie, bedauern die Gründe für diese Entscheidung. Wir möchten an dieser Stelle erneut betonen, dass es uns nie um eine Ablehnung der Person Ralph Schwingels ging, sondern um unsere Kritik am Verfahren, deren logische Konsequenz es war, Ralph Schwingel um den Rückzug seiner Bewerbung zu bitten. Diese Haltung haben wir in einem Gespräch zwischen Ralph Schwingel und studentischen Vertretern deutlich gemacht.
Leider ist es im Verlauf dieses Gesprächs zu keiner Annäherung gekommen. In dem Interview mit dem „Tagesspiegel“ legt er nun nicht nur die Gründe für seinen Rückzug offen, sondern übt auch polemische Kritik an der Studentenschaft. Wir möchten hier zu einigen Punkten des Gesprächs Stellung beziehen.
Leider ist es im Verlauf dieses Gesprächs zu keiner Annäherung gekommen. In dem Interview mit dem „Tagesspiegel“ legt er nun nicht nur die Gründe für seinen Rückzug offen, sondern übt auch polemische Kritik an der Studentenschaft. Wir möchten hier zu einigen Punkten des Gesprächs Stellung beziehen.
Der „schöne konstruktive Impuls“ des Gesprächsangebots der Dozierenden an die Studierenden wurde von uns interessiert wahrgenommen. Vereinzelte Versuche, die anwesenden Studierenden von einer Zusammenarbeit mit Ralph Schwingel zu überzeugen, misslangen, da es eben keinen „harten Kern“ gibt, sondern eine Studentenschaft, die geschlossen und seit Monaten das Verfahren kritisiert.
Behauptungen wie die, die Studierenden wollten „ihren Willen durchsetzen“ und Sophie Maintignieux sei „Favoritin“ sind tendenziös und zeichnen ein falsches Bild der Studentenschaft. Wie in zahlreichen Pressemeldungen und Interviews dargelegt, ging es uns niemals darum, „den Direktor selbst zu bestimmen“. Der basisdemokratisch abgestimmte Verfahrensvorschlag der Akademie hätte eine Vorlesungsreihe beinhaltet. Jeder Bewerber, der über 50 % der Stimmen der Akademie auf sich hätte versammeln können, wäre dem Kuratorium vorgestellt worden. Auch war Sophie Maintigneux niemals die einzige von der Akademie gestützte Bewerbung. Vielmehr war die Bewerbung von Oliver Czeslik und Fred Kelemen aus formalen Gründen bereits in der ersten Runde aussortiert worden – einer von vielen Punkten, an denen dieses Verfahren kritisiert werden muss und juristisch angreifbar ist.
Ralph Schwingel spricht in dem zitierten Interview vom studentischen „Eigensinn“ und wirft den Studierenden vor, sich nicht auf einen „common sense“ einzulassen. Die Drittelparität bejahe er grundsätzlich, aber „nicht in der jetzigen schwierigen Lage“.
Neue Statuten, die die Drittelparität praktisch abschaffen bzw. den akademischen Rat zu einem rein beratenden Gremium degradieren sollen, liegen vorbereitet auf dem Schreibtisch des Kuratoriums. Die Verabschiedung dieser Statuten soll, wie Böhning in der Akademievollversammlung am 11. März 2015 mitteilte, die neue Direktion durchführen. Mit der Drittelparität würde das Kernstück des Akademiegedankens abgeschafft werden.
Behauptungen wie die, die Studierenden wollten „ihren Willen durchsetzen“ und Sophie Maintignieux sei „Favoritin“ sind tendenziös und zeichnen ein falsches Bild der Studentenschaft. Wie in zahlreichen Pressemeldungen und Interviews dargelegt, ging es uns niemals darum, „den Direktor selbst zu bestimmen“. Der basisdemokratisch abgestimmte Verfahrensvorschlag der Akademie hätte eine Vorlesungsreihe beinhaltet. Jeder Bewerber, der über 50 % der Stimmen der Akademie auf sich hätte versammeln können, wäre dem Kuratorium vorgestellt worden. Auch war Sophie Maintigneux niemals die einzige von der Akademie gestützte Bewerbung. Vielmehr war die Bewerbung von Oliver Czeslik und Fred Kelemen aus formalen Gründen bereits in der ersten Runde aussortiert worden – einer von vielen Punkten, an denen dieses Verfahren kritisiert werden muss und juristisch angreifbar ist.
Ralph Schwingel spricht in dem zitierten Interview vom studentischen „Eigensinn“ und wirft den Studierenden vor, sich nicht auf einen „common sense“ einzulassen. Die Drittelparität bejahe er grundsätzlich, aber „nicht in der jetzigen schwierigen Lage“.
Neue Statuten, die die Drittelparität praktisch abschaffen bzw. den akademischen Rat zu einem rein beratenden Gremium degradieren sollen, liegen vorbereitet auf dem Schreibtisch des Kuratoriums. Die Verabschiedung dieser Statuten soll, wie Böhning in der Akademievollversammlung am 11. März 2015 mitteilte, die neue Direktion durchführen. Mit der Drittelparität würde das Kernstück des Akademiegedankens abgeschafft werden.
Wir erkennen in dem wiederholten Versuch, die Studierenden als chaotisch und nicht einstimmig zu beschreiben Angst vor der praktizierten Demokratie, der wir die Frage entgegensetzen möchten: Wann, wenn nicht in schwierigen Zeiten, in denen tatsächliche Richtungsentscheidungen anstehen, sollte man Demokratie praktizieren?
Ralph Schwingel unterstellt den Studierenden ein „seltsam unhinterfragtes Fundament des Filmens aus der Kunst und aus dem Widerstand heraus“, eine Formulierung, die in vielerlei Hinsicht kritisch zu betrachten ist, da sie an die Definition der Filmkunst rührt. Die DFFB hat sich immer als Ort der Ausübung und des Nachdenkens über Film als Kunst verstanden. Zu diesem Nachdenken gehört selbstverständlich eine Kultur der permanenten Hinterfragung, ohne die keine künstlerische Innovation möglich wäre.
Des weiteren bemerkt Ralph Schwingel, in der jetzigen Situation brauche es statt der Drittelparität „demokratisches Urvertrauen“ und ein „gemeinsames Streben nach der besten Lösung“. Wir möchten noch einmal daran erinnern, dass die Hoffnung und der Glaube an das gemeinsame Streben von Seiten Björn Böhnings mit dem Konsensversprechen aufgekündigt wurde. Bereits in einem Offenen Brief an Herrn Müller haben wir ein Verfahren gefordert, dass uns das verlorene Vertrauen in demokratische Grundwerte zurückgibt. An dieser Forderung halten wir fest.
Schließlich zitiert Ralph Schwingel einen Alumnus mit „hier könnte nicht mal Jesus Christus was ausrichten“. Wir möchten uns gegen zynische Äußerungen dieser Art deutlich verwehren. Außerdem möchten wir klarstellen, dass wir weder einen „Retter“ noch einen „weißen Ritter“ brauchen. Wir brauchen eine Direktion, die unsere Akademie nicht von ihrem Mut, ihrem Demokratiesinn und ihrem „Eigensinn“ heilen will. Eine Direktion, die sich der Akademie gegenüber stärker verantwortlich fühlt als dem mächtigen Kuratorium. Eine Direktion, die die Akademie nicht als eine im Kriegszustand beschreibt, die kurz davor ist „in Schutt und Asche“ zu zerfallen, sondern als eine, die auf dem Weg zu einer historischen Stärke ist, die sie braucht, um ihre Zukunft zu gestalten.
Der Rat der Studierenden der DFFB
im Namen der Gemeinschaft der Studierenden
Dienstag, 24. März 2015
"DFFB-Chefsuche: Ralph Schwingel gibt auf" - Der Tagesspiegel (24.3.15)
Samstag, 21. März 2015
"Deutsches Filmfördergesetz: Wider die Diktatur des Mittelmaßes" - FAZ (20.3.15)
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/das-deutsche-filmfoerdergesetz-braucht-einen-wandel-13461802.html
"... Das System ist gar nicht mehr in der Lage, Qualität zu erkennen und gezielt zu fördern. (...) Wer dafür sorgen will, dass der Nachwuchs tatsächlich neue Impulse auslöst, muss verhindern, dass schon an den Filmschulen und bei den ersten Filmen dieselben Strukturen und Akteure Einfluss ausüben, die derzeit überall künstlerisches Risiko boykottieren. ..."
Zwölf Uhr Mittags - radioeins (14.3.15)
"Die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) hat einen neuen Direktor - die Studenten protestieren weiter. Wir sprachen mir der Studenten-Sprecherin Susanne Heinrich."
Podcast vom 14.3.15 ab 41:11.
Podcast vom 14.3.15 ab 41:11.
Donnerstag, 19. März 2015
"Peinlich, dilettantisch, unbegabt – das passiert, wenn sich die Politik in die Kultur einmischt"
Rüdiger Suchslands Cinema Moralia - Folge 104 (19.3.15)
http://www.artechock.de/film/text/special/2015/cinema_moralia/03_19.html
"Kann eigentlich Björn Böhning über diese Sache stolpern? Das fragte mich heute ein – sehr renommierter,m mit manchen Filmpreisen bedachter – Filmproduzent im informellen Gespräch. Gute Frage, dachte ich. Über die Antwort bin ich mir unsicher. Einerseits wohl eher nicht, denn dafür ist die DFFB einfach nicht wichtig genug. Und die gut fünf Millionen DFFB-Etat nur Peanuts. Wie viel hat nochmal die gescheiterte, von Anfang an verfehlte läppische Olympia-Bewerbung gekostet?Anderseits: vielleicht doch, falls hier tatsächlich mit Wissen des Berliner Senatskanzleichefs falsche Unterlagen eingereicht worden sind. ..."
http://www.artechock.de/film/text/special/2015/cinema_moralia/03_19.html
"Kann eigentlich Björn Böhning über diese Sache stolpern? Das fragte mich heute ein – sehr renommierter,m mit manchen Filmpreisen bedachter – Filmproduzent im informellen Gespräch. Gute Frage, dachte ich. Über die Antwort bin ich mir unsicher. Einerseits wohl eher nicht, denn dafür ist die DFFB einfach nicht wichtig genug. Und die gut fünf Millionen DFFB-Etat nur Peanuts. Wie viel hat nochmal die gescheiterte, von Anfang an verfehlte läppische Olympia-Bewerbung gekostet?Anderseits: vielleicht doch, falls hier tatsächlich mit Wissen des Berliner Senatskanzleichefs falsche Unterlagen eingereicht worden sind. ..."
"Erstmal kein neuer Direktor" - artechock (19.3.15)
http://www.artechock.de/film/text/special/2015/dffb/03_19.html
"... »Was ist denn das für ein Demokratieverständnis?« war da von einigen vorwurfsvoll zu hören – als hätte man noch nie etwas von »Sit-ins« und Protestkultur gehört, als wüsste man nicht, dass Protest und das Pochen auf Mitbestimmung zum Wesen der DFFB gehört, dass Gesprächsverweigerung auch das gute Recht freier Bürger ist. Dabei gab es diese Verweigerung gar nicht. Im Gegenteil hatte es schon zuvor am Mittag ein Treffen zwischen Schwingel und drei Studentenvertretern gegeben, das durchaus friedlich verlaufen war. Darin erläuterten die Studenten ihren seit drei Monaten andauernden Protest dagegen, aus dem Verfahren zur Berufung des neuen Direktors ausgeschlossen zu sein. ..."
"Ein Mann nach dem Geschmack der Filmindustrie" - FAZ (18.3.15)
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/studenten-wollen-neuen-dffb-direktor-ralph-schwingel-nicht-13487107.html
"Die Deutsche Film- und Fernsehakademie düpiert bei der Wahl ihres neuen Direktors ihre Studenten. Die autokratische Entscheidung für den Filmproduzenten Ralph Schwingel dient wirtschaftlichen Interessen. Die Filmkultur hat das Nachsehen.
Keinen Direktor ohne uns!“ Mit dieser Parole sah sich der Filmproduzent Ralph Schwingel am Montagnachmittag im Foyer des Filmhauses am Potsdamer Platz in Berlin konfrontiert. Er war gekommen, um sich der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) als deren künftiger Direktor vorzustellen. Für diese Funktion hat ihn das zuständige Kuratorium vor zwei Wochen „in Aussicht genommen“, was eine durchaus merkwürdige Formulierung ist, um eine Bestellung zu verkünden. Es klang darin schon an, dass Schwingel vor Amtsantritt noch ein bisschen Wahlkampf in eigener Sache machen würde, und zwar nach der schon erfolgten Wahl. ..."
"Die Deutsche Film- und Fernsehakademie düpiert bei der Wahl ihres neuen Direktors ihre Studenten. Die autokratische Entscheidung für den Filmproduzenten Ralph Schwingel dient wirtschaftlichen Interessen. Die Filmkultur hat das Nachsehen.
Keinen Direktor ohne uns!“ Mit dieser Parole sah sich der Filmproduzent Ralph Schwingel am Montagnachmittag im Foyer des Filmhauses am Potsdamer Platz in Berlin konfrontiert. Er war gekommen, um sich der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) als deren künftiger Direktor vorzustellen. Für diese Funktion hat ihn das zuständige Kuratorium vor zwei Wochen „in Aussicht genommen“, was eine durchaus merkwürdige Formulierung ist, um eine Bestellung zu verkünden. Es klang darin schon an, dass Schwingel vor Amtsantritt noch ein bisschen Wahlkampf in eigener Sache machen würde, und zwar nach der schon erfolgten Wahl. ..."
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